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Veröffentlichung | 01.07.2020

„Technik allein führt nicht zu gutem Unterricht“
350 Millionen Euro für die Digitalisierung: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer will unter anderem Lehrkräfte fortbilden



DÜSSELDORF/AACHEN NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) setzt bei der Digitalisierung der Schulen auf Pädagogik, Qualifizierung und Technik. Diese drei Elemente sollen das digitale Lernen an Schulen verbessern, sagte die Landesschulministerin am Montag bei einer Pressekonferenz. 350 Millionen Euro stehen für die Umsetzung bereit. „Digitale Kompetenzen sind die Schlüsselkompetenzen der Zukunft“, sagte Gebauer.

Erstmals werde nun ein Bundesland alle seine Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten ausstatten. 103 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. Wie die Geräte angeschafft werden und welche es sein sollen, darüber werde derzeit mit den Verbänden gesprochen. Zum kommenden Schuljahr sollen die Tablets oder Laptops aber zur Verfügung stehen. Gleiches gilt auch für die digitalen Endgeräte für Schülerinnen und Schüler. Das Land geht davon aus, dass 356.000 Kinder einen Bedarf haben könnten, erklärte Gebauer. Als Berechnungsgrundlage diene hierbei die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die Grundsicherung erhalten. Es ist aber nicht so, dass automatisch jede Schülerin oder jeder Schüler in der Grundsicherung ein digitales Endgerät bekommt. „Ich setze großes Vertrauen in die Lehrkräfte, die wissen, welche Kinder versorgt werden müssen“, sagte Gebauer. Man erarbeite Kriterien, ihr sei es aber wichtig, dass niemand seine Bedürftigkeit nachweisen müsse. Die Schule entscheidet, an wen sie die Geräte, die der Schule gehören, verleiht. Während die Tablets oder Laptops für Lehrer vom Land gekauft werden, müssen die Geräte für die Kinder von den Schulträgern, also meist den Kommunen angeschafft werden. „Bis zum 31. Dezember bleibt dafür Zeit“, sagte Gebauer.

Auch sei es ihr wichtig, dass die Schulen im Land über schnelles Internet verfügen. Derzeit ist das aber nur bei 30 Prozent der Schulen der Fall. Immerhin sind laut Ministerin 63 Prozent der Schulen im Prozess der Planung oder Umsetzung. Lehrkräfte sollen sich mit einer Fortbildungsoffensive für den digitalen Unterricht fit machen, forderte Gebauer. Alle Schulleitungen würden angepasst an den jeweiligen Kenntnisstand geschult. „Denn Technik allein führt nicht zu gutem Unterricht.“ Es würden weitere Webinare angeboten. Zudem werde man den Schulen Unterrichtsreihen für den Wechsel vom Präsenz- zum Distanzunterricht zukommen lassen.

Gebauer betonte erneut, dass sie für das kommende Schuljahr von Regelbetrieb ausgeht. Sollte es doch zu Lernen auf Distanz kommen, werde es dafür neue Regeln geben. Eigentlich hatte Gebauer diese noch vor den Ferien vorstellen wollen. Doch auch am Montag wurden die Schulen vertröstet.

„Wenn zum neuen Schuljahr digitale Endgeräte bereitstehen, ist das Haupthindernis für verbindliches Lernen auf Distanz beseitigt“, sagte Maike Finnern im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kann deshalb nicht nachvollziehen, weshalb die Regeln – voraussichtlich wird das zu Hause Gelernte künftig verbindlich – nicht präsentiert wurden. Dass Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden, freut Finnern. Schließlich hatte die GEW jahrelang, auch mit Klagen, dafür gekämpft. Auf lange Sicht hofft Finnern aber auf eine Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler. „Dann hätten wir wirklich gleiche Bedingungen für alle.“



VON MADELEINE GULLERTAN/AZ

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