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Veröffentlichung | 05.06.2020

„Schlechtleistungen“ und ein bitterer Beigeschmack
Die Diskussion ĂŒber MĂ€ngel nach „Schlechtleistungen“ beim Neubau der Langerweher Schulaula reißt nicht ab, die Bauarbeiten werden aber fortgesetzt.

Es wird kein Beweissicherungsverfahren geben, um etwaige BaumĂ€ngel am Neubau der Langerweher Schulaula von einem unabhĂ€ngigen, gerichtlichen SachverstĂ€ndigen feststellen und bewerten zu lassen. Das hat der Bauausschuss der Gemeinde Langerwehe am Donnerstag nach zum Teil heftiger Diskussion im BĂŒrgerhaus Pier mit den Stimmen von CDU und BĂŒndnisgrĂŒnen beschlossen. SPD und FDP waren dagegen.

Bereits Anfang Mai hatte ein Langerweher Handwerksmeister, der am Bau der neuen Aula mit Fassadenarbeiten beschĂ€ftigt war, MĂ€ngel festgestellt und in einem dreiseitigen Brief alle im Gemeinderat vertretenen Parteien und BĂŒrgermeister Heinrich Göbbels informiert. Der Verwaltungschef hatte darauf gefordert, per Dringlichkeitsentscheidung (also ohne Sitzung) zu beschließen, einen unabhĂ€ngigen, öffentlich bestellten und vereidigten SachverstĂ€ndigen mit der Beweissicherung der vorgebrachten MĂ€ngel am Neubau der Schulaula zu beauftragen.

CDU-Fraktionschefin Astrid Natus-Can hatte diese Dringlichkeitsentscheidung unterschrieben, es wurde aber nie ein SachverstÀndiger bestellt. Der Grund: Die BaumÀngel an der Aula waren der Langerweher Bauverwaltung und Baumamtsleiterin Martina Mielke allesamt bekannt, die notwendigen Schritte bereits eingeleitet. Gleichwohl hat es eine Begehung der Aula mit Mitgliedern des Bauausschusses gegeben, auf Antrag der SPD-Fraktion hat sich das Gremium nun erneut mit den BaumÀngeln der Aula beschÀftigt.

Die Sozialdemokraten beharrten auf einem Beweissicherungsverfahren, um mögliche MĂ€ngel absolut rechtssicher zu dokumentieren. Diplom-Architekt Norbert Zimmermann, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Firma Kempen Krause in Aachen, die mit Bauplanung und Bauleitung beauftragt ist, stand den Kommunalpolitikern Rede und Antwort. Und am Ende entschied sich die Mehrheit der Ausschussmitglieder eben gegen das Beweissicherungsverfahren.

SPD-Mann Ludwig Leonards verlas fĂŒr seine Fraktion einen umfangreichen Fragenkatalog, in dem es um zu schmale FluchttĂŒren, Lichtbahnen, GewĂ€hrleistung und eine mögliche juristische Auseinandersetzung rund um die neue Aula ging. Er warf der Bauleitung zu wenig Sorgfalt und eine „suboptimale Zusammenarbeit“ vor. Den Vorwurf der CDU, lediglich Wahlkampf betreiben zu wollen, weil die meisten der angesprochenen Fragen schon bei der Begehung der Aula geklĂ€rt worden seien, wies der Sozialdemokrat entschieden zurĂŒck. „Unser Ziel ist es, Schaden von der Gemeinde abzuwenden“, sagte Leonards.

LĂ€nger diskutiert wurde schließlich ĂŒber die Bodenplatte der neuen Aula, die ĂŒbrigens am 11. September eröffnet werden soll und laut Aussage des Architekten erhebliche BaumĂ€ngel aufweise. „Das Problem dieser Baustelle ist, dass einige Firmen, zum Beispiel der Rohbauer, Schlechtleistungen erbracht haben“, erklĂ€rte Zimmermann. Die MĂ€ngel seien angezeigt und ihre Beseitigung gefordert worden. Gleichwohl habe der Dachdecker selbst versucht, die MĂ€ngel an der Bodenplatte auszubessern, um eine wasserabweisende Folie, die das Aufkommen von Feuchtigkeit verhindern soll, verlegen zu können und den Zeitplan einzuhalten.

Diese Folie ist beschĂ€digt. „Wird diese Folie noch in Ordnung gebracht, bevor am 12. Juni der Estrich kommt?“, fragte Chris AndrĂ€ (GrĂŒne). „Und wer ĂŒbernimmt die GewĂ€hrleistung wegen dieser mangelhaften Folie?“ Fragen, die Architekt Zimmermann eindeutig beantwortet hat. Auch ohne die Folie, so der Fachmann, könnten die Arbeiten am Bau der Aula fortgesetzt werden. „Ohne Folie sind wir, was die Dichtigkeit angeht, immer noch bei einer Sicherheit von 100 Prozent. Es kann weiter gebaut werden.“ Mit Folie habe man lediglich eine zusĂ€tzliche Sicherheit. „Etwa so, als wĂŒrde man GĂŒrtel und HosentrĂ€ger tragen.“

Dem BĂŒrgermeister reicht diese Aussage zum planmĂ€ĂŸigen Fortsetzen der Bauarbeiten, und auch Natus-Can betonte: „Wir haben keinen Grund, an der Aussage des Experten zu zweifeln. Wir glauben den Fachleuten.“

„Wir reden nur von GlaubwĂŒrdigkeiten“, formulierte es Chris AndrĂ€. „Der Fachmann hat alle Fragen beantwortet, trotzdem bleibt fĂŒr uns ein bitterer Beigeschmack.“

VON SANDRA KINKEL AZ/AN Redakteurin



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