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NEWS

Veröffentlichung | 19.08.2017

Energiewende: Eifeler schreiben Offenen Brief an Kanzlerkandidaten Martin Schulz

Foto privat

Eifel/Kreis DĂŒren: Die Eifeler haben einen Offenen Brief an den Kanzlerkandidaten Martin Schulz verfasst. Die BĂŒrger wollen wissen, welche Antworten die SPD und Martin Schulz angesichts der immer weniger realistischen Ziele der Energiewende fĂŒr die Zeit nach der Wahl im Programm haben. Wie soll es, nach Ansicht von Martin Schulz, mit der Energiewende im Land weitergehen?

Die deutsche Energiewende funktioniere nicht, keine CO2-Einsparung trotz mehr als 27.000 WindrĂ€dern und Millionen Solaranlagen. Davon sei aber nichts in den Wahlprogrammen der Berliner Koalitionsparteien zu lesen, sowohl die Kanzlerin wie auch Herausforderer Martin Schulz haben bisher fĂŒr die wirklichen Probleme der lĂ€ndlichen Bevölkerung mit Verspargelung und Landschaftszerstörung keine Antworten, kritisiert die „Arbeitsgemeinschaft Windenergie“ Eifel+Börde (AGW) in ihrem Offenen Brief.

In der AGW haben sich BĂŒrgerinitiativen aus Eifel und Börde sowie der NABU Euskirchen kreisĂŒbergreifend zusammengeschlossen. Die Initiative veranstaltet Informationsabende zu windenergierelevanten Themen, informiert die weiteren BĂŒrgerinitiativen und unterstĂŒtzt die Klage des NABU gegen die WindradplĂ€ne der Gemeinde Dahlem im Kammerwald.

Wir sind beunruhigt, dass sowohl die Kanzlerin wie auch Herausforderer Martin Schulz die wissenschaftlichen Studien zu der IneffektivitĂ€t der Windenergie, fĂŒr eine verlĂ€ssliche Stromversorgung zu sorgen, vollstĂ€ndig in ihren Wahlaussagen ausblenden und einfach nicht zur Kenntnis nehmen,so die AGW. Ein „weiter so“ – sowohl aus ökonomischer, wie auch aus ökologischer Sicht bei der Energiewende – sei nicht mehr zu verantworten.

Die „Erneuerbaren“ können kein Stromnetz gleichmĂ€ĂŸig aufrecht erhalten oder zusĂ€tzlich mehr Strom ins Netz einspeisen, wenn dieser gebraucht wird. Damit kann kein einziges Kohle- oder Atomkraftwerk durch Wind oder Solarstrom ersetzt werden, solange noch keine Technologie entwickelt ist, große Mengen an elektrischer Energie ĂŒber lĂ€ngere Zeit zu speichern. Um fĂŒr vierzehn Tage ohne Wind und Sonne – wie im letzten Januar – das Land theoretisch aus Pumpspeicherwerken mit Strom zu versorgen, benötigt Deutschland ca. 10.000 Pumpspeicherwerke. Das sei weder von den topografischen Gegebenheiten noch von der Finanzierbarkeit her realistisch, wie in einer neuen wissenschaftlichen Studie des Energiedienstleisters VBG PowerTec ausgefĂŒhrt wird. (zuvor bei EIFELON)

Fazit der Studie: Die erneuerbare Stromerzeugung insbesondere die Windenergie ist zur Zeit und auch in den nĂ€chsten Jahrzehnten außerstande, das Speicherproblem zu lösen. Somit ist Wind- und Solarenergie auf Backup-Kraftwerke in der GrĂ¶ĂŸenordnung von 99 Prozent der bereitgestellten Leistung angewiesen, um wetterbedingte Nichtleistung auszugleichen. Dieser Wert Ă€ndert sich auch nicht durch den Zubau weiterer Einheiten, da die großrĂ€umigen Wetterlagen in Europa nicht unterschiedlich genug sind, um AusfĂ€lle an einer Stelle durch Überproduktion in einer anderen Region zu kompensieren, resĂŒmiert die Studie. Der Slogan: „Irgendwo weht immer Wind“ stimmt also, auf den europĂ€ischen Maßstab bezogen, leider nicht.

Es wĂ€re an der Zeit, diesen Fakten auch im Wahlkampf ins Auge zu sehen,so Ralf Hoffmann, Sprecher der AGW. Die Koalitionsparteien wĂŒrden das Thema Energiewende bewusst ausklammern und nicht ins GesprĂ€ch bringen. Dabei mĂŒsse sich Martin Schulz fragen lassen, wie er mit dem Schlagwort „soziale Gerechtigkeit“ in den Wahlkampf ziehen kann, ohne das Thema Energiearmut durch den ĂŒberhöhten Strompreis fĂŒr die EEG-Subventionen anzusprechen. Tragen doch die sozial Schwachen, die Mieter, die Hauptlast der Energiewende.

In fĂŒnf Punkten hat die Arbeitsgemeinschaft zusammengefasst, welche Parameter sich – laut unabhĂ€ngiger Fachleute – Ă€ndern mĂŒssten, um ein Gelingen der Energiewende zu gewĂ€hrleisten und weiteren Schaden von BĂŒrgern und Land fernzuhalten. Hier die fĂŒnf Punkte im Wortlaut:

Die Energiewende ist mit Windkraft- und Fotovoltaik ohne Speicher nicht realisierbar. Ausreichende Speicherleistung ist in Deutschland, nach heutigem Stand technisch und ökonomisch, nicht umsetzbar. Konventionelle Kraftwerke als Backup der Stromversorgung können durch den fluktuierenden Windstrom nicht ersetzt werden. Alle Windanlagen in Deutschland zusammengenommen können die Energieversorgung nur zu max. 1%, in Worten einem Prozent! sicher liefern.

Die Umweltbelastung und der Ressourcenverbrauch fĂŒr die Errichtung von Windkraftanlagen sowie fĂŒr den Netzausbau sind gigantisch. Windanlagen wirken negativ auf die Natur: Vögel und Tiere werden getötet oder in ihren LebensrĂ€umen geschĂ€digt, die Landschaft wird nicht nur in der Ihnen ja gut bekannten Eifel und Börde durch Windanlagen zerstört. Nach einer Lebensdauer von ca. 20 Jahren wird die Entsorgung von mehr als 27.270 WindrĂ€dern, Stand Ende 2016, zu einem gravierenden Umweltproblem. Strom aus Windanlagen ist daher keine nachhaltige Form der Energiegewinnung.Strom aus Erneuerbaren Energien ist sehr teuer. Die deutschen Strompreise liegen aktuell 41% ĂŒber dem EU-Durchschnitt. Strom muss fĂŒr alle bezahlbar sein. Hier gibt es auch ein Gerechtigkeitsproblem. Gerechtere Strompreise wird es nur geben, wenn auch Strom aus Windanlagen nicht mehr durch Zwangsumlagen zugunsten von Windkraftbetreibern subventioniert wird, sondern dem fairen Marktpreis auf europĂ€ischer Basis folgt. Planwirtschaftliche Maßnahmen auf dem Energiesektor sind lĂ€ngerfristig zum Scheitern verurteilt.

Windanlagen verursachen gesundheitliche SchĂ€digungen bei Mensch und Tier. Anwohner von Windparks berichten den Ärzten ĂŒber Schlafstörungen, KonzentrationsschwĂ€che, Tinnitus, Herz-, Kreislauf- und Organprobleme – verursacht von Langzeitexposition durch Schall und Infraschall – sowie weitere schwerwiegende BeeintrĂ€chtigungen der Gesundheit. Einen gewissen Schutz bietet ein Abstand von 10 H zu Windanlagen, d.h. der Abstand von WindrĂ€dern zu WohngebĂ€uden soll mindestens dem zehnfachen Betrag der Spitzenhöhe der Windanlagen entsprechen, wie dies in Bayern Landesgesetz ist. Das Grundrecht auf Unversehrtheit darf nicht zu Gunsten der Energiepolitik ausgehebelt werden.

Klima- und Energiepolitik sollten im europĂ€ischen Rahmen betrieben werden. Schon Ihr VorgĂ€nger als SPD-Vorsitzender und Energieminister hatte festgestellt, dass Deutschland in der Energiepolitik isoliert vorgeht, dass die Energiewende an KomplexitĂ€t unterschĂ€tzt worden ist und dass uns unsere Nachbarn hinsichtlich der Politik der Erneuerbaren Energie fĂŒr unzurechnungsfĂ€hig halten.

Wir möchten Sie auffordern, das Thema Energiewende, das bisher als Mittel gegen den Klimawandel dargestellt wird, im Wahlkampf anzusprechen und Ihre wie auch die Argumentation der Sozialdemokraten auf bekannten wissenschaftlichen Fakten aufzubauen. ‚Klimawandel‘ ist ein erdgeschichtlicher Faktor, es gab ihn immer, das ist historisch zu belegen, ein ‚menschgemachter CO2-Faktor‘ ist nur ein Teil des komplexen Klimageschehens.27.000 Windenergieanlagen und 1,6 Millionen Solaranlagen und ĂŒber eine halbe Billion Euro an Subventionen durch Stromkunden und Steuerzahler haben keine Senkung der deutschen CO2-Emissionen bewirkt und tragen somit nichts zum angestrebten Klimaschutz bei. Die gesundheitliche Belastung durch LĂ€rm und Infraschall, die Entwertung von Haus- und Grundbesitz neben Windanlagen, die Waldzerstörung, die Ausrottung seltener Arten und die weitlĂ€ufige Zerstörung einmaliger Landschaften wie der Eifel kann nicht der Preis fĂŒr unkalkulierbaren Flatterstrom sein,lautet das ResĂŒmee der Arbeitsgemeinschaft.

Lasst uns anpacken und unser Land gerechter machen und das mutlose Weiterso beenden,hatte Martin Schulz zu Beginn seines Wahlkampfes die Menschen aufgefordert. Die Energiewende wÀre eine gute Gelegenheit, dieser Aussage konkrete Schritte folgen zu lassen.

Eine Stellungnahme von Martin Schulz zum Brief der Eifeler ist bisher bei der AGW nicht eingegangen. EIFELON bleibt dran.

Ein zweiter Offener Brief an Frau Merkel und die CDU zum gleichen Thema ist, laut Sprecher Ralf Hofmann, bei der Arbeitsgemeinschaft Windkraft in Vorbereitung.

EIFELON eMailZeitung

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